integrierende Sprachwahl

richard-heider.de 0.01 ¢ logoIn der derzeitigen Integrationsdebatte geht es um ‘Deutsch’ und ‘Leitkultur’. Dabei sollte es um multilinguale Erziehung und um interkulturelle Kompetenz gehen.

Bringen wir es doch auf den Punkt: Das Problem des von der Union gefürchteten ‘Ghetto-Türken’ ist nicht nur sein schlechtes Deutsch – sein Türkisch ist vermutlich auch nicht besser. Auch in Istanbul würde diese Bewerber keiner Ernst nehmen. Wir haben also kein Integrationsproblem – wir haben ein Bildungsproblem.

Nach Jahrzehnten der Verdrängung hat Deutschland jetzt wenigstens erkannt, dass es ein Einwanderungsland ist. Konsequent wäre jetzt die Anpassung des Schulsystems an die neuen Gegebenheiten. Wir könnten flächendeckend die Zweisprachigkeit ab der ersten Klasse voraussetzen. Es kann doch kein Schaden sein, wenn wir den Kindern nicht nur richtiges Deutsch, sondern auch korrektes Türkisch beibringen, um beim Beispiel der oft zitierten Türken zu bleiben. Das gilt analog natürlich auch für andere Sprachen.

Warum ist es für uns selbstverständlich, dass deutsche Kinder Englisch und Französisch lernen, aber bei Türkisch und Russisch stellt es uns die Nackenhaare auf? Und falls Sie es noch nicht gemerkt haben: Ich fordere die zweisprachige Erziehung auch für den schrumpfenden Teil der Kinder, die leider einsprachig aufwachsen müssen, weil Ihre Eltern die ganze Zeit nur Deutsch sprechen.

Das wäre ja auch kein Untergang wenn Ali im Fach “Fremdsprache 1″ mal bessere Noten hätte als Klaus, weil er einfach mehr Übung hat im Türkisch sprechen.

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